Oh, ein langer Eintrag mit verschiedenen Themen.
“Quand on vient dans le Nord on braille deux fois : quand on arrive et quand on repart.” – Dany Boon, Bienvenu chez les Ch’tis’
“Wenn man in den Norden kommt, dann weint man zwei Mal, einmal wenn man ankommt und einmal wenn man wieder geht.” – Dany Boon in Bienvenu chez les Ch’tis’
Das erste Wochenende im Juni war das Camp de Depart (also das Abschlusslager für alle meine nicht-Französischsprechenden Freunde). Das ganze Komitee kam nochmals zusammen um das Auslandjahr zusammenzufassen, zu reden, zu lachen und Spass zu haben.

Danach gabs noch eine Woche normal Schule. Am letzten Freitagnachmittag haben dann alle das Gefühl, sie müssten schwänzen, was dann auch gemacht wird und die Lehrer bleiben alleine in der Schule zurück. Dieses Jahr haben sich alle Finissants auf einem Campingplatz mit Strand und See getroffen.
Die Prüfungswoche ist meiner Meinung nach besser organisiert als in der Schweiz. Die ganze Woche ist für Prüfungen reserviert, die jeweils 2-3 Stunden dauern, also einen Halbtag. Daher ergibt sich dann, dass man einen relativ löchrigen Stundenplan hat und auch mal einen Nachmittag oder einen ganzen Tag frei hat.

Seit einer Woche habe ich also Ferien.
Der Abend der Abende. Die Nacht der Nächte. Der Ball. Ein Stück in 3 Akten. Zuerst gibts den avant-bal bei jemandem Zuhause. Dann fährt man zum offiziellen Ball, schlichtweg le bal und danach folgt noch, je nach Gusto, der après-bal. Hier folgend die Bilder. Ich sah eindeutig besser als als auf den Bildern. Jäwoll.



Am Tag darauf folgte dann noch la St-Jean, der Nationalfeiertag von Québec, also ein provinzweit organisiertes Saufgelage. Die Erwartungen wurden enttäuscht, das ganze war mässig lustig. Warscheinlich weil das Datum, der Tag nach dem Ball und vorallem nach dem Après-Bal, etwas ungeschickt war. Ist man kein Alkoholiker trinkt es sich mit einem Kater nur beschränkt gut.
Es bleiben 10 Tage. Auf die Gefahr hin, dass es kitschig tönt: Ja, ich bin traurig, um auf das Anfangszitat zurückzukommen. Es ist wahrscheinlich eine der ungewöhnlichsten Szenen in meinem Leben, sieht man vielleicht vom Abschied im August ab. Ein Jahr in einem anderen Land zu leben, das ist speziell und schwer. Aber momentan habe ich eigentlich gar nicht so Zeit, um traurig zu sein. Der letzte Monat war und ist vollgepackt mit Ball, St-Jean, Reisen nach Québec und Ottawa, meinem 18. Geburtstag am 2. Juli. Es ist viel los und jedes Mal wenn mich jemand die einfallsreiche Frage “Und? Freust du dich auf deine Familie?” stellt werde ich in die Realität zurückgeholt. Noch 10 Tage.
Québec mit Nils & Augusto.


In Ottawa gabs diese Obama Cookies. Irgendwie hatte der Mister während seinem Canada-Trip Lust auf Süsses und hat deshalb diesem Café einen Besuch abgestattet.

Kürzlich besichtigte ich mit Nils zusammen das St-Joseph-Oratorium, eine überdimensionale, petersdomähnliche Kirche auf dem Mont Royal, dem Hausberg von Montréal. Ein eindrückliches Gebäude. Es war ruhig, nicht zu viele Touristen. Sehr eindrücklich.

Und die Gärtner dort bedienen sich intelligenter Methoden der Rasenbewirtschaftung.

Gut, das wärs erstmal.
Die letzte Woche wird schwer. Viel Abschied, aber auch etwas Party. Anscheinend wird man nur einmal 18. Also.
Eine ganz spezielle Zeit. Ich bitte alle um Entschuldigung, die versuche mit mir zu telefonieren oder die auf eine Mailanwort warten. Es passiert momentan so viel, vieles geht dann vergessen. Bis sehr, sehr bald.
PS: Achja, in der Zeitung sind wir auch gekommen! L’Œil Régional, Cinq pays, un monde de différences



































